Wetter und Jahreszeiten

Wenn das Leben wie in Lappland von der Natur dirigiert wird, achtet man viel genauer darauf, wie sich die Umgebung im Takt des Jahreslaufes ändert. Die Samis – Europas einzige Urbevölkerung – teilen darum schon seit Jahrhunderten, als sie noch als Nomaden mit den Rentieren umherzogen, ein Jahr in acht Jahreszeiten ein. Es gibt unser Leben im hohen Norden so gut wieder, dass wir es euch nicht vorenthalten wollen:

Winter  (30. Januar bis 27. Februar)
In Lappland ist Winter noch echter Winter! Die Temperaturen liegen zwischen -5 und -20 Grad. Es kann aber auch Ausrutscher nach oben und unten geben. Schneeflocken türmen sich im Normalfall bis zu zwei, drei Metern hoch. Die Chancen auf Polarlichter sind groß. Die Sonne steht fünf bis sechs Stunden über dem Horizont. Sobald der Mond am Himmel steht, werfen die Bäume Schatten, und man sieht Millionen Sterne. Die Huskys haben riesigen Spaß, besonders bei Nachtfahrten. Ohne Stirnlampe und ein geladenes Handy sollten Sie aber nicht auf Tour gehen.
Spätwinter (28. Februar bis 29. April)
Die Tage sind ab Mitte März schon wieder länger als in Deutschland. Das Licht kommt mit einer gewaltigen Kraft und weckt die Natur. Es ist nicht mehr so kalt, tags meist nur knapp unter 0 Grad, und oft regieren lange stabile Hochdruckgebiete. Beim Skilaufen sind Sonnencreme und –brille angesagt! Das Eis auf dem See und die Schneedecke sind noch über einen Meter dick: die beste Zeit zum Eisfischen und traumhafte Möglichkeiten, in der Taiga und im Fjäll mit Zelt und Hundeschlitten unterwegs zu sein! Für uns ist es die schönste Zeit des Winters, die wir am liebsten festhalten möchten…
Frühling (30. April bis 19. Juni)
Nun sind die Tage und Nächte hell, mit betäubendem Dröhnen lösen sich die Eisplatten auf den „Älven“, die lebendig sprudelnden Wasserläufe kitzeln das Erdreich und locken das Grün zur Wiederkehr. Die ersten bunten Blumen schauen im Juni aus der Erde. Faszinierend, wie schnell sich die Schneemassen des Winters auflösen. Es kann durchaus schon mal über 25 Grad geben, aber auch noch Nachtfrost geben. Meist ist das Wetter nur an wenigen Tagen im Mai (dem deutschen April) unwirtlich – mit Sturm und Regen. Die Rentierkälbchen erblicken das Licht der Welt, und die Chancen, Elchen auf der Straße zu begegnen, sind nun besonders groß. Denn die Elchkühe vertreiben jetzt ihre Jährlinge, um Kraft für die neuen Kälber zu haben. Und die „Halbstarken“ staksen nun ziemlich irritiert durch die Welt.
Frühsommer (20. Juni bis 10.Juli)
Das Erdreich kleidet sich in kräftiges Grün, holt mit Riesenschritten alles auf, was es gegenüber Mitteleuropa im Frühjahr verpasst hat. In Schweden sind Sommerferien: Alle Zeltplätze haben geöffnet, Wohnmobile dominieren auf den Straßen. Die Temperaturen liegen zwischen 10 und 30 Grad. Es kann wunderbar trocken und warm sein, aber auch mal Sturm und Regen geben (was den Vorteil hat, dass es weniger Mücken gibt). Da es aber immer noch 24 Stunden hell ist, hat man für Aktivitäten ein großes Zeitfenster: Kanu fahren, wandern, schwimmen oder laufen gehen kann man auch um Mitternacht!
Sommer (11. Juli bis 28. August)
Es ist diese einmalige Stimmung des hellen nordischen Sommers, die zum Reisen einlädt. Freilichtmuseen und Kulturstätten sind mit Leben erfüllt und erwarten die Besucher. Die Inlandsbahn hat Saison. Und es ist die Zeit zum Wandern, zum Trecking und zum Verweilen in der großartigen Natur. Die Hütten entlang der markierten Wanderwege am Kungsleden sind geöffnet. Auch im Fjäll sollte jetzt der Schnee des Winters verschwunden sein. Ende Juli werden in den Wäldern die Moltebeeren – die teuersten Beeren der Welt – reif. Blaubeeren und Pilze gibt es im Überfluss. Sie müssen mit dem Sammeln trotzdem schnell sein, denn Sie treten mit Rentieren und Bären in Konkurrenz: Die fressen jetzt beides in Massen, um sich Winterspeck anzufressen. Wenn Mitte August die Nächte nur noch um die 10 Grad frisch sind, wird es den Mücken zu kalt, und die Husky-Betriebe starten zu den ersten Trainingsfahrten.
Spätsommer (28. August bis 9. Oktober)
Wer im August nach Lappland reist, findet die Natur an der Schwelle vom Sommer zum Herbst. Die Wetterlagen sind meist sehr stabil, es ist mit etwa 20 Grad angenehm warm und trocken, und es gibt kaum noch Insekten. Der Indian Summer verzaubert das Land mit glühendem Gelb und Rot. Flüsse und Bäche führen oft nur wenig Wasser. Die Nächte sind schon dunkel, und damit besteht die Möglichkeit, Polarlichter tanzen zu sehen. Die Hauptsaison für Touristen neigt sich ihrem Ende, so dass, wer die Einsamkeit sucht, jetzt voll auf seine Kosten kommt – sei es bei Fjällwanderungen oder Klettertouren, Radtourren oder Joggen. Es kann aber auch schon mal recht frisch werden, die Tag- und Nachttemperaturen differieren stark. Nachts muss man mit Frost rechnen, was die Schlittenhunde ungeduldig macht: Sie würden lieber die Schlitten statt des schweren Trainings-Quads ziehen! Für die Schweden beginnt Anfang September die Elchjagd, und es ist die beste Zeit, Preiselbeeren für eine leckere Marmelade zu sammeln.
Herbst –  (10.Oktober bis 20.November)
Der Frost meldet seine Anwesenheit an, die zauberhafte Kulisse der leuchtenden Tundren und Birkenwälder wird vom weißen Schnee überdeckt. Die Temperaturen bleiben auch tagsüber unter der Frostgrenze.
Die Rentiere der Samis werden jetzt an die Küste gebracht, weil sie dort mehr Futter finden. Spätestens ab Mitte November sind die tausenden Seen Lapplands zugefroren und tragen einen dicken weißen Mantel. Die Hundeschlitten, Skier und Schneemobile werden startklar gemacht. Das Licht der untergehenden Sonne ist oft unwirklich schön, wenn die Wolken von unten angestrahlt werden. Für die Polarhunde beginnt die schönste Zeit des Jahres. Mit ohrenbetäubendem Lärm drängen sie, ja beim Anspannen nicht vergessen zu werden.
Frühwinter (21. November bis 29. Januar)
Es beginnt die Jahreszeit der Langschläfer: Am kürzesten Tag, der Wintersonnenwende am 21. Dezember, steht die Sonne noch 4 Stunden über dem Horizont. In diese Zeit packen die Lappländer all ihre Energie, stehen auf dem Hundeschlitten, laufen Ski oder fahren Schneemobil. Schon die Wochen der Vorweihnachtszeit sind eine Wintermärchenzeit, wie man sie aus Geschichten von früher kennt. Die Temperaturen können um 0 Grad, aber auch durchaus mal auf -30 Grad fallen. Die Schneedecke wächst fast täglich und bringt unheimlich viel Licht in die Tage.

Väder Slagnäs

Väder Adak